Medtronic wächst

1961 reichten eine Garage und eine Wohnung nicht länger aus, um das expandierende Unternehmen aufzunehmen. Medtronic verlagerte seinen Hauptsitz in eine 1400 m² grosse Anlage in St. Anthony Village in Minneapolis. Der neue Frimensitz wurde noch vor Ende der 60er Jahre auf 10.000 m² ausgedehnt. Er beherbergte Büroräume, Fabrik- und Laborgebäude für die Entwicklung und Herstellung, eine Bibliothek sowie einen Hörsaal für Verkaufs- und technische Trainings.

Medtronic verkaufte damals etwa 100 Schrittmacher monatlich. Ungefähr 20 % der Umsätze stammten aus Ländern außerhalb der USA.

Medtronic verkaufte damals etwa 100 Schrittmacher monatlich. Ungefähr 20 % der Umsätze stammten aus Ländern ausserhalb der USA.

1962 umfasste das Portfolio von Medtronic bereits 21 Produkte. Der jährliche Umsatz war auf $ 500.000 angewachsen. Anders sah es mit dem Gewinn aus: Die Firmenleitung sah sich einem Verlust von $ 144.000 netto gegenüber, verursacht durch die Umzugskosten, höhere Marketing-Ausgaben und durch Investitionen in Forschung und Entwicklung. Der Bankrott drohte.In dieser kritischen Situation gelang es der Firmenleitung, einen Bankkredit von $ 100.000 zu erhalten. Ausserdem beschaffte sie Geld über einen Risikokapitalgeber und reduzierte die Anzahl der Mitarbeiter. Auch das Portfolio wurde neu organisiert: der Schwerpunkt lag ab jetzt auf Geräten für die Bereiche Prothetik und Operationen. Bis zum Jahr 1963 hatte sich das Unternehmen finanziell wieder erholt: Bei einem Umsatz von $ 985.000 konnte ein Gewinn von $ 73.000 erzielt werden. Die Führung von Medtronic hatte ihre Lektion gelernt. Zum langfristigen Erfolg gehörten finanzielle Planung und Verantwortung ebenso wie technische Innovationen. 

Die Anfänge minimalinvasiver Operationen

1966 erwarb Medtronic die Patente für implantierbare Schrittmacher von Greatbatch und Chardack - Grundlage für das rasche Wachstum der 1960er Jahre im Bereich der Schrittmacher-technologie.

Mitte der 1960er Jahre brachte Medtronic sein erstes transvenöses Schrittmachersystem auf den Markt: jetzt konnten die Schrittmacher-elektroden durch eine Vene ins Herz geführt werden, und zwar ohne Öffnung des Brustkorbes und Vollnarkose.

Das transvenöse Herzschrittmachersystem war das Signal für die Entwicklung minimalinvasiver Operationstechniken auch bei anderen Therapien, zum Beispiel bei der Herzklappenchirurgie.

1967 stellte Medtronic zwei Schrittmacher vor, die auf Bestellung angefertigt worden waren: Diese neuen Geräte (ein externes und ein implantierbares) stimmten die Stimulation auf den eigenen Herzrhythmus des Patienten ab, um eine unnötige Stimulation zu vermeiden. Die Herzschrittmacher erkannten, wenn das Herz des Patienten selbständig schlug und gaben nur bei Bedarf Schrittmacherimpulse ab.

Zum Portfolio von Medtronic gehörten inzwischen auch ein Herzschrittmacher für Säuglinge und ein sogenannter "Venenstripper", mit dem Krampfadern (Varizen)  mit Hochfrequenz-Strom, abgegeben durch eine nadelartige Elektrode, behandelt werden konnten.

Nicht nur fürs Herz - Die Elektrostimulation

In den 1960er Jahren begann die Entwicklung von Medtronic zu einem der vielseitigsten Hersteller im Bereich der Medizintechnik weltweit. Die Erfahrung, die wir mit der elektrischen Stimulation des Herzens gemacht hatten, floss nun in die Entwicklung von Therapien für andere Erkrankung ein.

Wir entwickelten einen gastrointestinalen Schrittmacher und führten mehrere Forschungsprojekte zur Schmerzlinderung über eine Stimulation des Rückenmarks durch.

Medtronic wächst 

Bis 1968 stiegen die jährlichen Umsätze raketenartig auf über $ 12 Millionen an. Der Nettogewinn des Unternehmens wurde mit über $ 1 Million angegeben. Auch die Mitarbeiterzahl stieg: Hatte sie im Jahr 1962 noch 36 betragen, arbeiteten jetzt 348 Menschen für Medtronic. Auf dem Firmengelände in St. Anthony wurde aufgrund einer Anforderung der Behörde FDA (Food and Drug Administration) für die Produktion von Implantaten ein Reinraum eingerichtet. Ausserdem verfügte das Gelände jetzt über ein Filtersystem zur Luftreinigung sowie Kontrollsysteme zur Regulierung von Temperatur und Feuchtigkeit. Diese Massnahmen schafften nicht nur neue Kapazitäten für die Produkten, sondern erhöhten auch unsere Qualitätsstandards.

Rasch zeigte sich jedoch, dass das Gelände in St. Anthony dem stetig expandierenden Unternehmen nicht mehr gewachsen war. Medtronic verlagerte seine Produktion in die Rice Creek Plant in Fridley, einem Vorort von Minneapolis.

Letzte Aktualisierung: 25 Aug 2011

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